Wenn Jakob ruft..

Als ich im Sommer 2016 das erste mal der Muschel auf dem Jakobsweg in Spanien folgte, war ich total ahnungslos. Ich freute mich, war aufgeregt und ängstlich zugleich. Ich wusste zwar seit Jahren, den Camino Frances muss ich begehen. Ich muss pilgern. Die Erfahrung machen. Und zwar alleine. Ohne Handy, ohne Internet, nur ich mit meinen Gedanken, zwei Büchern und Gott.

 

Alles geplant und alles organisiert. Jedoch nur bis zur Ankunft in der ersten Unterkunft in Saint Jean Pied de Port. Danach war alles offen. Das einzig Geplante: Der Rückflug in die Schweiz. 

 

Ich startete viel zu schnell und war nach wenigen Tagen bereits 218 Kilometer weit gepilgert. Mein linkes Knie freute sich nicht wirklich darüber und so entzündete sich das Seitenband und die Gelenkskapsel und ich musste abbrechen. Weinend und mit Schmerzen kam ich am Flughafen Kloten an und meine Eltern mussten mich zuerst einmal zusammen flicken. Ich wollte dann eine ganze Weile nichts mehr hören was mit Pilgern zu tun hat. Nur langsam konnte ich mich wieder ans Leben in der normalen Zivilisation gewöhnen. Und doch meldete sich Jakob ziemlich schnell wieder.. Ich wusste jedoch bereits bei meiner Rückkehr, dass ich wieder gehen werde und plante eine weitere Reise über den Camino de Santiago für in zwei Jahren. Doch Planen für erst in zwei Jahren tat weh. Also schob ich die Pläne beiseite und wollte im Hier und Jetzt leben und im 2019 wieder gehen. Bis dahin kein Camino. Doch es zog und zog. Zurück auf den Camino.. Immer wieder fand ich mich in Gedanken auf dem Camino wieder. Mit den Menschen aus aller Welt. Mit den schönen Erlebnissen, den bunten Gedanken und meinem Ziel vor Augen: Den Weg zu Fuss gehen, lachen, singen, weinen, beten. Und das bis zur Kathedrale von Santiago de Compostela. 

 

Seit meinem Abbruch wurde ich immer wieder nach meinen Erlebnissen auf dem Camino gefragt und jedes Mal sagte ich, wie toll es war und erwähnte einige Dinge, doch wirklich darüber reden konnte und wollte ich nicht. Zu gross war der Schmerz, einen Traum, in welchen ich 14 Monate Planung und Vorbereitung hineingesteckt hatte, aufzugeben. 

 

 

Doch wisst ihr was? Ich gehe wieder! Ich muss einfach.. Und nicht erst im Jahr 2019. Ich kann nicht ohne Camino. Nein, es soll schon bald los gehen. Nämlich am 19. Februar 2017 fliege ich nach Madrid und von dort aus mit dem Bus nach Léon. Es werden rund 310 Kilometer in 19 Tagen zurück gelegt. Und ihr werdet dieses Mal dabei sein, meine Motivation sein. Ich werde Tagebuch schreiben. 

 

Das habe ich schon letztes Mal getan, doch bis heute nicht veröffentlicht. Jetzt mache ich es. Ich lasse euch an einigen meiner Erlebnisse und Gedanken vom Camino 2016 teil haben und damit verkürzt sich die Wartezeit bis zum 19. Februar 2017.

 

Ich wünsche euch einen Buen Camino..