Die Deutschen sind echt überall, Laura wurde zur Holzpfadgegnerin und ich krank. Übernachtung in einem Bungalow für €8, heisst es jetzt Obrigada oder Obrigado? Und was ist überhaupt ein Butin? So viel haben wir heute erlebt. Lest selbst.

Es war 06:00 als wir uns dazu entschieden, noch nicht aufzustehen. Und so quälten wir uns erst um 06:25 aus dem Bett und in die Pilgerkluft. Wie am Abend zuvor angewiesen zogen wir die Haustür graaaausam leise zu um nicht einmal ein Ohrloses Lebewesen zu wecken. Direkt gegenüber unserer Unterkunft liessen wir uns für knapp €5 ein reichhaltiges Frühstück schmecken. Wir liessen uns danach mit dem Taxi zur 2km entfernten Kathedrale von Porto und somit zum Startpunkt des Camino Portugues fahren. Von der Kathedrale aus konnte man einen unglaublich schönen Ausblick auf Porto geniessen.

Und dann ging es endlich los. Gemeinsam pilgerten wir runter zum Fluss Douro, welcher uns zum Meer führte. Nach ungefähr 5km standen wir dann am offenen Meer. Es war so toll. Wir wanderten zum Leuchtturm und schossen Fotos. Die Luft roch nach Meer und Fischer warfen ihre Angeln ins Wasser. Zurück auf dem Caminho (ja, das "h" gehört da hin) genossen wir den Weg am Meer entlang. Nach einem kurzen Halt in einem Café kamen dann die Holzpfade. Sie führten über die Sanddünen und Strände hinweg bis zu einem Restaurant, in welchem wir für €7.50 den weltbesten Cheesburger mit Pommes assen.

Dann ging es weiter über einen Holzpfad. Laura und ich fanden es zwar super schön, doch Laura beschloss irgendwann, es langsam nervig zu finden, über diese Holzwege zu pilgern. Wir fingen an, Bauchreden zu trainieren. Mit mässigem Erfolg. Aber es lenkte uns vom eeewigen Holzpfad ab.

Endlich in Labruge angekommen, trafen wir auf gefühlte 2000 Deutsche. Wir hatten eigentlich das Ziel, die öffentliche Herberge anzupeilen, denn €64 für ein Bungalow war uns dann doch zu viel für eine Nacht. Wir spazierten bereits wieder weiter in Richtung Herberge, da man dort gegen Spende nächtigen kann, doch Katharina (eine Deutsche) rief uns zurück, es würde nur €8 kosten für Pilger. Laura und ich gingen also zurück zur Rezeption und bekamen ein Bungalow für 2 Personen. Auch das Schwimmbecken hätten wir mitbenutzen können, doch uns war es einfach zu kalt. Da wir beide sowieso am kränkeln sind, war es wohl besser, nicht ins kühle Nass und danach in den Wind zu gehen.

Zurück im Bungalow war bereits 18:00 und einfach Chillen angesagt. Um 19:00 waren wir mit Katharina und Nele (beides angehende Lehrerinnen) zum Essen verabredet. Es blieb uns also noch eine Stunde. Wir beschlossen, morgen nur eine kurze Etappe zu machen, da ich immer mehr kränkelte und Lauras Füsse es nicht wirklich lustig fanden weiterhin zu gehen.
Wir passten unsere danach folgenden Etappen ebenfalls an und bemerkten, dass es so nun viel besser geplant war als vorher.

Das Abendessen nahmen wir mit den beiden Lehrerinnen ein. Wir tauschten uns über die Caminowelt aus und gaben uns gegenseitig kulinarische Tipps. Wir lernten von unserem Kellner dann auch noch, dass das Wort "Danke" auf Portugiesisch für eine weibliche Person "obrigada" und für eine männliche Person gedacht, "obrigado" bedeutet. Dass Butin weder etwas mit Russland noch etwas mit einer "viel rumkommenden Frau" zu tun hat, stellten wir dann auch bald fest. Der Kellner meinte damit lediglich "Pudding".

Wir liegen nun im Schlafsack und freuen uns aufs Schlafen. Gute mn Start in den Tag wünsche ich euch!!