Was für eine tolle Etappe war das heute. Es ging wieder der Küste entlang. 18.6km waren zu meistern. Also ein Klacks. Ich kam dann doch noch in einen Stress und fürchtete, kein Bett mehr zu bekommen in der sehr kleinen Herberge in Caminha.

Die Nacht im Paradies war wirklich traumhaft! Auch Laura konnte endlich nach 2 schlaflosen Nächten mal wieder eine erholsame verbringen. Wir schliefen in unseren Betten wie Königinnen. Auch alle um uns herum, ausser einer deutschen Frau, schliefen herrlich. Alle anderen. Inzwischen gibt es auch auf diesem Camino einige Leute, welche wir immer wieder sehen.

Anika ist eine davon. Eine lustige Nudel aus Deutschland. 40 Minuten ihres heutigen Weges hat sie telefonisch ihrem Mann geschenkt. Ich steckte deshalb meine Kopfhörer in die Ohren, stellte mein Hörbuch ein und legte einen Zahn zu, damit ich mein Camino-Feeling geniessen konnte.

Auch die laut quatschenden Italienerinnen Francesca und ihre Freundin, deren Name ich vergessrn habe, überholte ich bald.

Und als ich mich dann auch noch von den Belgiern verabschiedet hatte (sie liefen heute weiter als wir und wir sehen sie somit nicht mehr), kam dann das schönste Meerpanorama ever! Ich habe geweint vor Freude und Dankbarkeit, das alles erleben zu dürfen. Ich genoss die Freiheit und das Gefühl, alles erreichen zu können.

Nach diesen tollen Kilometern der Küste entlang wurde der Weg eher mühsam. Denn er führte mich während ca 3km nur geradeaus an der immer gleichen Strasse entlang. Den letzten Kilometer davon ging ich durch eine kahle Gasse. Dann kam ich endlich auf dem Dorfplatz von Caminha an. Die beiden Italienerinnen sassen vor der Touristeninformation und machten eine Pause. Sie machten sich danach auf den Weg ins 12km entfernte nächst grössere Dorf.

Ich holte mir den Stempel auf der Touristeninformation und liess mir den Weg zur einzigen Herberge in Caminha erklären. Da ich auf dem Weg sehr viele Pilger sah (auch einige neue Gesichter), beeilte ich mich. Beinahe zeitgleich kam Anika von der anderen Seite gelaufen. Am Telefon erklärte mir die Frau von der Herberge, dass erst um 14:00 geöffnet sei und sie jedoch jemanden schicken würde.

Da auch Anika die vielen Pilger gesehen hatte, beschlossen wir, vor der Herberge zu warten, bis sie öffnen würde, damit wir ganz sicher ein Bett haben würden. Es war erst 11:15.
Laura war inzwischen auch in Caminha und schrieb per SMS, dass sie die Herberge nicht finden könne. Ich erklärte ihr zwar den Weg, doch irgendwie fand sie uns dann mit den uns schon bekannten Deutschen Anja und Sven. Gemeinsam warteten wir dann auf den Hospitalero, welcher dann um 13:00 endlich da war.

Nach dem Bezug unserer nüchtern eingerichteten Unterkunft, duschten wir uns in der Gemeinschafts-Regendusche. Das eine Klo kann man nicht abschliessen und das andere Klo kann man zwar abschliessen, doch die Spülung funktioniert nicht. Herrlich. Aber wir nehmen es mit Humor, denn so ist das Pilgern. Unkompliziert, einfach und anders als von Zuhause gewohnt.

Laura und ich begaben uns dann ins Städtchen und assen wirklich gut. Spagetthi und Plätzli. Natürlich durfte unser Lieblingsdessert in Portugal nicht fehlen: Nata! Ein Gebäck aus Blätterteig mit einer speziellen Cremefüllung (siehe Fotos).

Da wieder 3 Tage durch waren, war auch Wäsche waschen an der Reihe. In einem Self Wash Salon erledigten wir unsere Wäsche und gleich nebenan konnten wir Proviant für morgen einkaufen.

Nun liegen wir im Bett und schlafen hoffentlich bald. Denn morgen wollen wir 28.6km hinknallen. Es geht nach Valença.
Gute Nacht.