Eine johlende 28 Köpfige Schulklasse,
Asphalt, ein üüübelst steiler Abstieg und zum Schluss noch schnell um mein Leben gerannt. Doch, diese Etappe hatte es in sich.

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Diese Nacht hatte ich mal nicht gefroren und auch der Schnarcher war nicht gerade gefühlt 2cm von mir entfernt. Obwohl im 24 Betten- Raum einige Wecker um 06:00 los "tschädereten", blieben alle liegen. Kein einziger Pilger stieg aus seinem Bett. Gegen 07:00 standen dann mal die ersten auf. Ich denke, dass einige wie Anika, Laura und ich, bereits eine Unterkunft am Zielort reserviert und deswegen kein Stress wegen einem Schlafplatz hatten.

So war es auch 07:30 als Laura und ich gemeinsam die Herberge verliessen um frühstücken zu gehen. Danach trennten sich wie üblich unsere Wege. Bzw, wir starteten vesetzt in den Tag.

Die ersten paar Kilometer waren herrlich. Ruhig und entspannt pilgerte ich in den bewölkten Vormittag hinein. Es wurde ziemlich schnell heiss in meiner Regenjacke und ich zog sie aus. Und dann geschah es: 28 Schüler aus Spanien zogen an mir vorbei. Johlend, schreiend, laut Musik hörend und total daneben rollten sie förmlich über den Camino.

Ich beschloss, im nächsten Cafe eine Pause zu machen um zu warten, bis die alle durch waren und es wieder etwas ruhiger wurde. Im Cafe traf ich auf ca 15-20 genervte Pilger, welche sich ebenfalls über diese Schulklasse aufregte. Nach ca 30 Minuten brachen die ersten Pilger wieder auf und auch ich zog nach 45 Minuten weiter.

Kurze Zeit später begann es zu regnen und ich musste das erste Mal den Regenschutz um den Rucksack binden. Nach nur wenigen Minuten war der Platzregen wieder vorbei und ich schwitzte mir unter der Regenjacke einen ab. Die Etappe wurde nun so richtig super. Steil bergauf und bergab, schöne Wege durch Dörfer und immer wieder Möglichkeiten für Pausen liessen mich den Weg geniessen. Ich liebe es, wenn ich meinen Körper so richtig kaputt sportlern kann. Ich kam völlig zerstört in Arcade an und traf dort Laura und Anika.

Einkaufen, essen, chillen. Das Übliche halt. Abgesehen von Übermorgen haben wir nun jeden Tag eine Unterkunft reserviert. So können wir entspannt nach Santiago pilgern, ohne einen Stress wegen Bettenpanik zu haben.