Der zweitletzte Pilgertag ist angebrochen. Und somit auch der letzte Blogpost. Ich werde den morgigen Tag nicht mehr nachträglich beschreiben. Sondern mit Bildern und ein paar kurzen Sätzen beschreiben.

Die letzte Nacht war super! Aber ich kann eigentlich eh überall schlafen. Von Vorteil, wenn man gerne reist. Um 07:15 stand Laura auf und kurze Zeit später ich. Gegen 07:45 sassen wir im nicht weit entfernten Cafe und frühstückten.

Wie gewohnt trennten wir uns dann wieder und gingen unseren eigenen Rhythmus und Gedanken nach. Noch einmal liess ich den verlebten Weg revue passieren und genoss die Caminoluft in vollen Zügen. Ich liess mir sehr viel Zeit heute. Ich hatte keine Lust, anzukommen heute. Denn morgen wird der letzte Tag sein auf dem Camino Portugues.

Nach 9km traf ich in der Kirche auf Laura. Ungeplant liefen wir die nächsten 2km zusammen, trennten uns dann wieder und stiessen dann doch wieder aufeinander. Also musste es wohl so sein, dass wir die letzten Kilometer gemeinsam bewältigen. 9km über Feld- und Dorfwege pilgerten wir nach Teo. Wir redeten, schwiegen und schrien. Also eigentlich vor allem Laura. Und schreien tut gut! Mache ich morgen auch wieder.

In der Herberge in Teo angekommen trafen wir wieder auf die uns inzwischen sehr ans Herz gewachsene Anika. Gemeinsam assen wir in der herbergseigenen Küche. Wir wurden mit super Essen von der Hospitalera verwöhnt. Und mir wurde bewusst, dass ich inzwischen ziemlich gut Spanisch spreche. Denn schon in den letzten Tagen habe ich als Übersetzerin fungiert. Verstehen tu ich praktisch alles. Und reden geht auch immer besser. Ich muss das Zuhause unbedingt vertiefen, damit ich das nicht verliere.

Nun liegen wir wieder in unseren Betten (ohne Schlafsack!!!) Und geniessen es, das Leben in der Herberge zu haben. Ab morgen ist wieder für sehr lange Zeit vorbei mit Pilgern. Aber die nächste Reise mit Rucksack kommt bestimmt.

Morgen werden wir um 05:30 (ich) und 06:00 (Laura) loslaufen nach Santiago. Ohne Pause werde ich die letzen 14km durchziehen. Ich freue mich auf die Kathedrale und dann die Wanderung nach der Busfahrt ab Cee durchs Meer ans Ende der Welt. Dieses Mal werden wir direkt mit dem Rucksack ans Kap pilgern. Rucksäcke ausziehen und schreien.

An dieser Stelle meine abschliessenden Worte zu diesem Camino:

Ich habe sehr viele Erkenntnisse, wurde mir über meine Gefühle für eine bestimmte Person bewusst und auch Verluste in meinem Leben konnte ich verarbeiten. Danke Camino, dass ich immer wieder zu dir zurück kommen kann, um Kraft und Energie zu tanken.

Einmal Camino - immer Camino.