Es war der Tag der Erkältung für mich. Ich war so unfit wie selten auf einem Camino. Laura und ich liefen getrennt, verliefen uns beide kurz, fanden dann doch zum Etappenziel und auch eine Selfwash-Station konnten wir nach einem Kurzcamino durch die Stadt ausfindig machen.


Die Nacht war angenehm und wir konnten beide durch schlafen. Am Morgen war es jedoch meeega kalt und wir mussten uns richtig überwinden, die Betten zu verlassen um zur Toilette zu kommen. Um 07:00 war es dann zu viel für unsere Blasen und wir standen auf. Danach lagen wir dann doch noch bis um 08:00 rum. 


In einem Eiltempo der Kälte wegen machten wir uns bereit für den Tag. Kurz nach 08:00 assen wir in einem Cafe gemeinsam ein kleines Frühstück. Laura zog dann bald alleine los und ich machte mich ca 20 Minuten nach ihr auf den Weg.


Über die uns bereits vertrauten Holzpfade pilgerte ich über die Sanddünen. Es war ein wunderschöner Morgen. Ich konnte ihn leider nicht wirklich geniessen, da mir meine Erkältung ziemlich zu schaffen machte. Immer öfter musste ich die Nase schneuzen und als ich dann schlotternd die Menschen um mich im Bikini bzw kurzen Hosen und Shirt sah, war mir definitiv klar, dass ich krank bin. Ich beschloss, die Etappe gemütlich anzugehen und genügend Pausen einzulegen. Dies tat ich dann auch. Und eine Pause hat mir dann einen Umweg beschert. Ich lief nämlich einfach den falschen Pfeilen nach. Es gibt nämlich 3 verschiedene Varianten für den Camino Portugues. Und im Dörfchen Vila Chà trafen zwei dieser Wege aufeinander. Ich merkte es jedoch schnell und lief wieder zurück zum Meer. Doch bald kamen die Wege wieder zusammen und man musste sich gut achten, wo man hinläuft.


In Vila do Conde geht der Caminho Portugues da Costa nach einer grossen Brücke nach links und der "übliche" Caminho Portugues nach rechts. Nach ein paar Metern auf dem Weg links gönnte ich mir das weltbeste Club Sandwich ever!! Es war sooo lecker! Leute.. ich habe das so genossen. Mit dieser Stärkung im Bauch begab ich mich auf die letzten 4.4km nach Povoa de Varzim, wo bereits Laura auf mich wartete. Ich schleppte mich förmlich zu ihr. Meine Erkältung hatte sich wirklich breit gemacht in meinem Körper. Ich spürte sie an allen Gliedmassen. 


In der Stadt angekommen rief mir Laura aus einem Cafe zu. Sie war gerade dabei ihr Mittagessen zu sich zu nehmen. Auch sie habe sich verlaufen, erzählte sie mir. Wir gingen danach gemeinsam zu unserer Herberge. Gegen Spende kann man hier übernachten.


Wir teilen uns das Zimmer mit einer Slowenin und einem Spanier. Der Caminho ist voller Deutschen. Wo man hingeht wird deutsch gesprochen. Aber auf den Pilgerwegen bzw auf Reisen trifft man in der Regel immer auf tolle Deutsche (omg, wie rassistisch Simii). ;-)


Da wir nun schon seit 3 Tagen in Portugal waren, mussten wir heute waschen. Dies taten wir in einem Waschsalon. Total easy, schnell und günstig. Waschen und trocknen. Tip top.


Zum Abendessen haben wir uns im Supermercado mit allen Zutaten für Spagetthi mit Bolognese zugedeckt und dann in der Herberge gekocht. Auch die Slowenin haben wir eingeladen mit zu essen. Die war richtig glücklich darüber, denn sie hatte grossen Hunger und wusste nicht, wo essen gehen. 


Seit dem Abwasch chillen wir nun nur so rum. Was für ein Leben. Rumliegen und nichts tun. Toll! Ich hoffe, dass das eingenommen Neocitran wirkt und ich morgen etwas fitter sein werde. Krank über den Caminho pilgern  ist nicht so lössig. 


Jetzt plaudert Laura gerade mit dem Spanier und der Slowenin. Ich wollte noch schnell den Blogpost zu Ende schreiben damit ich dann gemütlich ins Bett liegen und noch ein wenig lesen kann. Dann wird geschlafen. Morgeb geht es um 07:00 wieder los.