Die heutigen 28.1km waren vor allem gegen den Schluss sehr anstrengend. Denn es galt Durchhaltevermögen. Es war brütende 28°C und auch die Beschilderung war mehr als verwirrend.

Die vergangene Nacht war mal wieder nicht so lässig. Denn einerseits hat sich eine Pilgerin mitten in der Nacht lauthals über die Betten aufgeregt und eine andere hat sich in den Schlaf geweint. Auch Schnarcher, welche vor allem Laura das Leben schwer machten, mischten noch mit. Die Krönung waren jedoch die vielen Pinkler durch die Nacht. Jedes Mal ging das automatische Licht an im Flur der Nasszellen. Wirklich ganz gut.

Trotzdem standen Laura und ich, wie viele andere auch, um 05:00 auf, packten leise und machten uns auf den Weg. Es war eine Schnitzeljagd im Dunkeln und es gab jeweils mehrere Varianten um ans Ziel zu kommen. Dies machte vor allem Laura grosse Freude (Ironie). Während ich die kürzeren Etappenabschnitte nahm, erwischte sie immer die längeren und anstrengenderen Teilstücke des Weges.

So kam es, dass wir immer wieder aufeinander trafen. Schliesslich assen wir gemeinsam das Znüni nach 14km.
Immer wieder stiess ich auf Anika, Anja und Sven. Mal waren sie schneller, mal ich.

Gegen Mittag wurde es so richtig heiss und icv kämpfte mit meiner nicht vorhandenen Motivation. Kurz vor dem Ziel (es waren noch 6km bis zur Herberge) kehrten wir 4 in ein Restaurant ein wo es für Pilger kostenlos Wein gab. Knallhart killten Anja und Anika die Flasche Wein während Sven und ich uns über alles andere unterhielten.

Dementsprechend flogen Anika und Anja dann über den Caminho. Wir waren plötzlich ziemlich schnell unterwegs. In der Hitze von inzwischen 28°C pilgerten wir nach Valença. Dort endlich angekommen fanden wir die in der Sonne liegende und erschöpfte Laura.

Kurze Zeit später öffnete die Herberge und wir bezogen unsere Betten im 30er Schlag. Immer wichtig: Steckdose und nicht mitten im Kuchen. Ist uns auch für die heutige Nacht geglückt.

Nach der Dusche schmissen wir uns ins Bikini und dann direkt in die Sonne. Es tat so gut. Einfach nur "sünnele" und chillen. Doch es wurde uns dann doch irgendwann zu heiss und mit Anika, Anja und Sven gingen wir dann einkaufen. Das letzte Mal kauften wir uns das portugiesische Dessert "Nata", viel Wasser und Proviant für die morgige Etappe von 26.km bis nach Mos.

Zum Nachtessen gab es für €6.50 ein Pilgermenu. Riiiiesen Portionen!! Ich kugelte förmlich zurück in die Herberge. Dort angekommen bereiteten Laura und ich die Sandwiches für morgen vor und planten die nächsten Etappen bis nach Santiago.

Jetzt liegen alle im Bett. Ich bin müde und freue mich aufs Schlafen. Die nächsten Tage werden anstrengend. Alle Etappen sind über 26km lang. Wir wollen am 12. September in Santiago de Compostela sein. Ich freue mich darauf, vor der Kathedrale zu stehen. Und noch mehr, die 2km am Meer entlang in Fisterra zu pilgern. Die letzte Etappe von Cee nach Fisterra hängen wir am 12. September nach der Busfahrt nach Cee direkt an.

Ich geniesse es.