Dass ein grosser Salat auch wirklich ein grosser ist, wurde mir beim Servieren klar. Dass auch eine Frau schnarchen kann wie ein Pferd wiehern, das wurde mir vor ca 15 Minuten klar. Was mir sonst noch alles auf der heutigen Etappe klar wurde? Lest selbst.

Ich schlief wie üblich tip top. Doch Laura war wieder mehrmals wach. Trotzdem sprang Laura um 06:00 wie eine Ragete auf und ich schaute auf mein Handy. Wir wollten eigentlich erst um 07:00 aufstehen. Ich erinnerte Laura daran und sie hüpfte ohne zu zögern wieder zurück in ihren Schlafsack.

Um 07:00 machten wir uns dann fertig für die heutigen 22 km und frühstückten in einem Cafe in Arcade. Wir trafen noch auf Anika, welche sich auch auf den Weg machte.
Um 08:00 begab sich Laura dann auf den Weg und ich tat es ihr um 08:30 gleich.

Ich genoss die Morgenstimmung und die tollen Wege durch die Dörfer und den Wald. Es waren sehr viele Pilger unterwegs. Wie auf dem Camino Frances laufen einige Leute die letzten 100km bis nach Santiago. So sind nun auch ganze Reisegruppen unterwegs. Ich liess sie entweder vorbeiziehen, wenn sie schnellen Schrittes kamen oder ich überholte die eher langsamen Tourigrims (Tourist+Pilgrim=Tourigrim).

Ich möchte hier noch anmerken, dass es natürlich auch Pilger gibt, welche aus gesundheitlichen Gründen keinen eigenen Rucksack tragen und ihn mit dem Gepäckservice fahren lassen. Doch diese sind in der Regel total easy und man merkt die Überzeugung für den Weg. Dann gibt es eben die Tourigrims, welche top ausgestattet, mit Make up on fleek und Markensonnenbrille ohne Rucksack über den Camino stolzieren und am lautesten "Buen Camino" schreien. Und genau solche habe ich heute getroffen.

Am Mittag war ich nach 11km in Pontevedra angekommen und gönnte mir eine Cola. Ich bestellte mir einen Salat. D ich den als Hauptspeise essen wollte, bestellte ich mir einen grossen. Als dann eine Platte Salat kam, war mir klar, dass der kleine oder der Medium auch gereicht hätten. Glücklicherweise waren Anika und Laura auch in der Stadt und sie kamen, um mir beim Aufessen zu helfen. Was für ein Glück.

Die letzten 11km liefen wir zu dritt. Es war ein schöner Weg durch den Wald und vorbei an Tourigrims, die uns freudig Buen Camino nachbrüllten.

In der Herberge bei Jorge angekommen, waren wir alle froh, dass hier wieder nur Pilger waren. Bis wir im Schlafraum standen und 2 grosse Koffer sahen. Na gut, hier sollte uns das nicht stören. Auch sonst nicht. Aber nachschreien und einen aus den Gedanken zerren, das muss nicht sein.

Am Abend lernten wir so viele neue Leute kennen. Aus aller Welt sassen Pilger am Tisch beim Nachtessen. Jorge kochte ein tolles Menu. Tortilla de patata, Sparerippes, Spagetthi, Salat, Melone und Wein tischte er auf. Es war ein Festmahl. Das ist das Pilgern. So soll es sein und so kenne ich es. Es war herrlich.

Nun liege ich im Bett. Habe Kopfhörer in den Ohren und schreibe diesen Blogpost. Nehme ich die Kopfhörer raus, so höre ich eine Kanadierin stark und üüübelst laut schnarchen. Toll. Die übertrifft nun alle Schnarchkategorien.

Gute Nacht.