Bruma - Sügerio 24.3 Km

Freitag, 16. Juni 2017

Das Wort des Tages? HEISS!! 
Ich wusste, dass wir heute Abend ein eigenes Zimmer zu dritt haben werden, da es keine öffentliche Herberge am Zielort gab und deswegen wollte ich es heute so richtig gemütlich nehmen. Tja, wäre ich besser mal schneller gewesen. Denn ich kam voll in die Mittagshitze von 31 Grad im Schatten ohne Schatten!
Bei 31 Grad und nach 22 km macht es irgendwann keinen Spass mehr..
Bei 31 Grad und nach 22 km macht es irgendwann keinen Spass mehr..

Heute Morgen um 05:30 dachte ich mir: so, heute machst auch du mal mit beim Club der lauten Pilger! Ich stand auf und packte meine Sachen, ging aus dem Schlafsaal und bereitete michfür die 24.3 Kilometer lange und gegen Ende vor allem heisse Etappe vor. Auch Katrin und Christoph waren bereits dabei, dierestlichen Dinge zu packen.

Gemeinsam nahmen wir als, inzwischen bei allen als Trio bekanntes, Team die ersten 7 Kilometer unter die Füsse. Christoph hatte grosse Mühe, sich eine Engländerin vom Hals zu halten. Die hatte nämlich gestern ihre Freude an ihm gefunden und heftete sich seither ständig an ihn. Für Katrin und mich amüsant, für Christoph eher mühsam. Auf den ersten Kilometern versuchte die Engländerin krampfhaft die Aufmerksamkeit von Christoph zu gewinnen. Es war eher ein Akt der Verzweiflung und Katrin und ich mussten uns wirklich zusammenreissen, um nicht loszugröhlen. Der arme Christoph konnte sich von offensichtlichen Anmachen gar nicht retten. 

Nach einem Frühstückshalt in einem Cafe, pilgerten wir dann getrennt voneinander. Und Christoph war seine Verehrerin endlich los. Doch Katrin und ich lachen nach wie vor darüber. Denn Christoph erzählte uns, dass sie dann irgendwann filmreif so getan habe, als würde sie fotografieren, um dann mit ihm pilgern zu können. Es sei aber weit und breit nichts da gewesen, was sich gelohnt hätte, zu fotografieren. Er pilgerte munter und vor allem schnellen Schrittes weiter. Sie versuchte Schritt zu halten, doch ohne Erfolg. Seither ward sie nicht mehr gesehen. Wir sind auf morgen gespannt. 

Jedenfalls führte die heutige Etappe wieder durch Märchenwälder und über grosse Felder. Es hat mir sehr gefallen und ich genoss die Natur. Doch auf den letzten 5 Kilometern war es einfach nur noch die Hölle. Es wr drückend heiss und Schatten hatte es nirgends. Ich kroch förmlich zum Etappenziel.

Christoph und Katrin waren bereits im Cafe unseres Hostels und tranken Bier. Christoph hatte bereits ein 4er Zimmer für uns drei organisiert. Privatsphäre unter uns und wir konnten unser Zeug einfach liegen lassen, wie es uns passt. Super!

Nach einer REGENDUSCHE begaben wir uns an den Fluss und genossen den Nachmittag. Abgesehen von einer gestressten Bedienung im Restaurant und zwei Deutschen, welche sogar Katrin und Christoph nervten, geschah nicht viel  mehr. 

Wir waren am Abend alle mega aufgedreht und blödelten rum! Wir riefen den Slogan "Voll gerne" ins Leben und können nun nicht mehr aufhören damit. Diesen Satz habe ich von einer guten Bekannten übernommen und jetzt hier unter uns 3 eingeführt.

Nun liege ich im Bett, schwitze und es ist laut, denn unser Zimmer hat ein offenes Fenster direkt zur Strasse raus und über der offenen Bar. Da hilft nur Musik, und zwar laut! Irgendwann schlafe ich dann schon ein. Katrin schläft schon tief und fest. Christoph scheint auch mit der Hitze zu kämpfen.

Morgen sollen es 33 Grad werden. Und am Sonntag sogar 36 Grad. Da wollen Katrin und ich in Richtung Fisterra aufbrechen. Wünscht uns viel Schatten.

Morgen geht es aber erst mal  ach Santiago de Compostela. Ich freue mich sehr! Tränen werden wohl keine mehr vergossen, aber die Freude ist riesig. Wir hoffen, dass wir vor 12:00 da sind für die Pilgermesse. Deswegen gehen wir morgen die rund 17 km zur bereits reservierten Herberge um 06:30 an.

Gute Nacht und bis morgen