Ich schlief wie ein Engel in der Herberge in Triacastela. Erst um 08:30 wachte ich auf und alle im Raum schliefen noch. Leise packte ich meine Sachen zusammen, doch nur wenige Minuten später standen alle auf und wunderten sich über die Uhrzeit. 


Draussen legte es mich quer auf den Boden. Die Strasse war mit Eis bedeckt und es war schwierig, Halt zu finden. 


In der Bar direkt neben der Herberge stiess ich dann wie üblich auf Olivier, mit welchem ich das Frühstück einnahm. 

Gegen 10:00 brach ich dann auf und pilgerte hoch zum Pass San Xil. Ich merkte mal wieder, dass ich inzwischen eine sehr gute Kondition hatte, denn was im letzten Jahr noch ziemlich anstrengend war, empfand ich heute einfach als normales Teilstück. 


Nach etwa 12km erblickte ich dann wieder Olivier vor mir und wir gingen etwa 5km gemeinsam bis zum nächsten Cafe. Es entwickelte sich ein sehr spannendes Gespräch und im Nu standen wir in der Bar kur vor San Mamede.



Wir gönnten uns dort ein Sandwich mit französischer Omelette drin. UND: Mayonnaise. Wer mich kennt, der weiss, dass ich Mayo über alles liebe! Selbst Pizza esse ich Zuhause mit Mayo und habe damit sogar schon meine Freundin angesteckt. 


Nach der einstündigen Pause pilgerten wir dann zeitversetzt nach Sarria. In der Herberge lag Carles kaputt und schlafend im Bett. Er hatte sich leicht erkältet und ruhte sich aus.


Ich hatte heute Waschtag und begab mich in die nächste Lavanderia. Ich Depp habe sogar meine Mütze in den Tumbler geworfen und jetzt ist sie ein einziger "Lumpen". Naja, passierte zum Glück nicht gleich zu Beginn. Die letzten Tage überlebe ich das. 


Das Abendessen nahmen wir in einem modernen Restaurant zu uns. Vollgestopft wie inzwischen jeden Tag rollten wir zurück in die Unterkunft. Während Carles und Olivier den Fussballmatch zwischen Valencia und Barcelona schauten, plauderte ich mal wieder mit Ramona per Facetime. 


Es war ein toller Tag und morgen knacken wir die 100km-Marke. Unglaublich, bald habe ich es geschafft. Noch nie bewältigte ich so einen langen Camino. Nach diesem Camino ist jedoch für eine Zeit lang Schluss mit Pilgern. Deswegen geniesse ich den Weg täglich ganz intensiv und freue mich auf Sangiago de Compostela. 


Erkenntnis des Tages:

Schweizer freunden sich auch in Spanien an.