Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Ruhe und Erholung. Ich hatte beim Aufstehen starke Schmerzen in der rechten Leiste und auch meine Erkältung war noch nicht besser. Im Gegenteil, mein Hals und meine Ohren taten weh. Ich beschloss, einen Tag länger in Pamplona zu bleiben. Hier hat es eine Heizung und Apotheken, sollte ich etwas benötigen. 


Nach dem Frühstück mit Alwyne und Gaston verabschiedete sich letzterer und machte sich auf den Weg. Auch er verbrachte drei Tage wegen Krankheit hier. Alwyne's Zug fuhr erst um 13:30 und so hatten wir genug Zeit, um uns Pamplona gemeinsam anzusehen. Er wird morgen in Ponferrada weiterpilgern, da er nur noch 12 Tage hat. Somit muss er voraus gehen mit den ÖV. 


In der Stadt schauten wir uns verschiedene Touristensachen an. So zum Beispiel die Stierkampfarena, welche uns beide nicht näher interessierte, denn wir teilen die Meinung, dass es nicht toll ist, Stierkämpfe auszutragen. Wir reden über Zirkustiere und über die Tradition, dass Stiere durch die Stadt Pamplona rennen und sie mit Tomaten beworfen werden, während Menschen vor den Tieren davonrennen. Doch das ist halt eine andere Kultur. Trotzdem beschäftigte uns das Thema noch über eine Stunde. 


Zurück in der Herberge kochten wir unser Mittagessen und assen das letzte Mal zusammen bevor sich Alwyne auf den Weg zum Bahnhof machen musste. Die Verabschiedung war wie mit jedem Pilger, den man trifft, herzlich und mit Wehmut verbunden. Alleine blieb ich zurück in der nun leeren Herberge. Der Schüttelfrost trieb mich schlussendlich in meine Koje. Die Hospitalera steckte mir irgendwann einen Fiebermesser unter den Linken Arm und war entsetzt über die 38.6°C welche dieser anzeigte. Sofort befahl sie mir, im Bett zu bleiben und die Herberge nur im Notfall zu verlassen. Ich solle morgen unbedingt noch im Bett bleiben. Ich könne, so lange es nötig sei, hier bleiben.


Ich lag also mehrere Stunden im Bett rum und schlotterte oder schwitzte vor mich hin. Später kaufte ich in einem Supermercado etwas zu essen und in einer Apotheke holte ich Neocitran à la Spanien (irgend ein rotes Gesöff, was aber das Selbe wie Neocitran ist).


Zurück in der Herberge konnte ich endlich mit Ramona über Facetime reden. Ich kochte nebenbei das Abendessen und würgte das Heissgetränk runter. Nun liege ich im leeren Schlafsaal und langweile mich. Kein neuer Pilger weit und breit. Meiner Leiste geht es inzwischen viel besser. Mein Körper findet die Erkältung nicht so lustig und reagiert mit Gliederschmerzen. Tolles Timing. 


Ich werde wohl in meinem Buch weiterlesen und dann bald schlafen. Fühle ich mich morgen besser, so pilgere ich weiter nach Puente la Reina, falls nicht, dann bleibe ich noch eine Nacht. 


Erkenntnis des Tages:

Wenn der Körper Ruhe will, gib sie ihm.

Cafe Irun in Pamplona
Cafe Irun in Pamplona
Unser Mittagessen
Unser Mittagessen
Alwyne geht..
Alwyne geht..
Trocken föhnen der Schuhe..
Trocken föhnen der Schuhe..