Heute morgen stand ich tatsächlich mit etwas Kopfschmerzen auf. Und draussen vor der Herberge begrüsste uns hoher Schnee. Es hat erneut geschneit. Carles, Olivier und ich gingen als erstes direkt in ein Cafe und frühstückten dort. Es waren 22km bis nach Triacastela zu meistern. Und dass diese noch sehr streng sein würden, an das glaubte da noch keiner von uns.


Und so pilgerten wir zeitversetzt der Strasse entlang los. Ein Wandern über den "richtigen Camino" war nicht möglich, denn der Weg war nicht geräumt. So blieb ich bis nach Alto do Poio auf der Strasse. Es war saukalt und ich sehnte mir den letzten Pass vor dem Abstieg herbei. 


Dort konnte ich bei einem netten Herrn in einer Bar einen Pfefferminztee und zwei Stück Brot mit frischem Schweinefleisch direkt vom Bein (klingt jetzt etwas "grusig") geniessen. Auch ein Ofen um mich aufzuwärmen hatte es.


Weiterhin entlang der Strasse pilgerte ich nach Hospital, wobei ich mehrmals dem Schneeräumungsfahrzeug davonrennen musste, denn die fuhren mit einem sehr hohen Tempo entlang der Strasse und ich konnte teilweise wirklich nur noch die Strassenseite rennend wechseln. 


Nach einer kleinen Ortschaft, in welcher ich einen weiteren Tee und ein KitKat zu mir genommen hatte, dachte ich mir dann: so, das letzte Stück gehst du den "richtigen Camino". Das hätte ich besser lassen sollen. Denn es wurde eine Tortur. Knietief stand ich irgendwann da und fluchte mal wieder. Doch umdrehen wollte ich definitiv nicht. Einfacg weiter. Das kommt schon gut. 

Nachdem ich dann in Filoval noch von drei bellenden Hunden begleitet worden war, kam ich dann endlich aus dem Schnee raus und rein in den Matsch auf den Weg nach Triacastela. 


Obwohl es sehr anstrengend war durch den Schnee und es vor mir offenbar nur einer gemacht hatte, war ich froh über diese Erfahrung und weiss nun: das mache ich nicht nochmal!


In der Herberge erwartete mich neben einigen bekannten Gesichtern ein Ofen. Schon im letzten Jahr war ich in dieser Herberge. Ein Träumchen. 


Supermercado, kochen, essen, chillen. Und seit einer Stunde gemütlich im Bett. Um mich herum schnarcht es schon, deswegen werde nun auch ich bald schlafen. 


Noch fünf Camino-Tage und ich bin in Santiago. Ich freue mich sehr. Meine Rückreise kommt näher, meine Freundin hat heute Geburtstag, die Sehnsucht ist deswegen wieder gross. 


Erkenntnis des Tages:

Schneepilgern ist jetzt auch nicht so meins.