John und Carles auf dem Weg
John und Carles auf dem Weg

Nach einer super erholsamen Nacht und einem feinen Frühstück ging es heute gegen 09:00 los. Gemeinsam liefen wir vier (John, Jordon, Carles und ich) aus Navarette. Kurz nach Ortsausgang schossen wir ein lustiges Foto mit Jordons Kamera. Auch dieses Foto werde ich erst hochladen können, wenn ich es in einem grösseren Format habe.


Das Wetter war sonnig, aber trotzdem sehr kalt. Bald ging jeder sein Tempo. Carles und John voraus, ich ungefähr 50 Meter hinter ihnen und etwa 100 Meter hinter mir der gemütlich pilgernde Jordon. Ich machte grosszügig Pausen und genoss immer wieder ein Stück meiner Lindt Schoggi, welche ich zuvor in Navarette gekauft hatte. Die schmeckte so gut wie nie. Ein Stück Heimat. Einfach toll. 

Das lange Stück der Autobahn entlang empfand ich dieses Mal schlimmer. Es liegt wahrscheinlich daran, dass es beim letzten Mal heiss und trocken war und Schatten nur eine Wunschvorstellung.


In Ventosa gönnte ich mir ein Stück Tortilla de patata und natürlich eine Cola. Nach der Pause pilgerte ich weiter und staunte nicht schlecht, als ich, vorbei an den Steinmännchen, auf dem Hügel Musik in den Ohren hatte. Es war definitiv keine Musik aus meinen Kopfhörern, die waren nicht in de Ohren. Da sass tatsächlich ein älterer Mann und spielte Gitarre, sang und spielte ab und zu auf seiner Mundharmonika. Was für eine tolle Begrüssung auf dem Hügel. 

Weiter ging es durch die Weinreben von Rioja. Ich genoss die Stimmung und kam im Gegensatz zum letzten Mal, als ich mit Knieschmerzen hier war, sehr gut voran. Kurz vor Najéra fing es plötzlich wie aus Kübeln an zu regnen. Schnell packte ich meinen Regenschutz für den Rucksack und die Pellerine für mich aus und montierte alles.

Nachdem ich mit einem anderen Pilger in Najéra einen Kaffee getrunken hatte, wanderte ich weiter und hatte das Ziel Azofra bald in Sichtweite. Auf den letzten 3 Km begleitete mich Jordon. Wir plauderten und planten die nächsten Tage. Da sein Knie schmerzte und ich auch mein linkes Knie wieder anfing zu spüren, beschlossen wir, morgen mit dem Bus nach Burgos zu fahren, um dort 1. meinen Geburtstag zu feiern und 2. zwei Tage zu pausieren. Beide kennen wir die Route bis Burgos bereits. Den Rest möchte ich unbedingt laufen. Doch bevor ich weiterlaufe, muss sich mein Knie ganz erholen. Ich möchte auf keinen Fall abbrechen müssen. 

In Azofra angekommen, bezogen Jordon, John und ich unsere Betten in einer Pension. Wo Carles steckt wissen wir nicht. Wir hoffen jedoch, dass er einfach Lust hatte, alleine weiter zu gehen und ihm nichts passiert ist. 


Morgen gehts nach Burgos. Ich werde somit zwei Tage nicht pilgern. Die Blogposts sind die nächsten zwei Tage also kurz und knapp.


Erkenntnis des Tages:

Ich hätte noch so viel zu erzählen gehabt.