Nach einer guten Nacht assen wir, Jordan, Carles, Polina und ich gemeinsam unser Frühstück. Um 08:30 mussten wir spätestens die Herberge verlassen, was wir gegen 08:15 auch zu spüren bekamen. Die Hospitalera schlich um uns herum und fing an, den Boden zu wischen und alle Fenster und Türen zu öffnen. 


So machten wir uns dann auf den Weg und kehrten wenige Meter später in einem Cafe ein, um gemütlich etwas zu trinken. Etwas mehr als 18km lagen vor uns. Danach gingen alle ihrem Tempo entsprechend über den Weg. 

Ich nahm es heute obergemütlich, denn ich hatte ein Zimmer in einem kleinen Hostel gebucht und konnte dort erst ab 14:00 einchecken. Ich genoss nach der ersten Hälfte eine lange Pause und verdrückte tatsächlich eine ganze Tafel weisse Schockolade. Polina wanderte dann ziemlich gestresst an mir vorbei. Sie wolle unbedingt vor dem Mittag in León sein. Wieso auch immer, ich liess sie jedenfalls ziehen. 


Bald kam Jordan gemütlich auf mich zu. Er wartete kurz, bis ich wieder bereit für die Weiterpilgerei war und wir liefen etwa drei Kilometer zusammen. Irgendwann zog es mich dann einfach schneller und ich liess Jordan seinen Weg gehen, während ich weiter richtung León pilgerte.

Am Stadtrand holte mich dann Carles ein, welcher laut jubelte. Wir haben nun über die Hälfte geschafft und die Meseta hinter uns. Ich freute mich ebenfalls und gemeinsam wanderten wir durch die lauten Strassen. Nach so vielen Tagen der Ruhe und Einsamkeit war es ein richtiger Kulturschock, plötzlich wieder so viel Trouble um sich zu haben. 


Carles und ich waren froh, als wir dann endlich die Altstadt erreichten und keine Autos mehr hörten. Als wir bei der Kathedrale ankamen, staunten wir nicht schlecht. So pompös und einfach WOW! Wir beschlossen, später noch in die Kathedrale zu gehen. Doch zuerst mussten wir zu unserem Hostel finden. Es liegt direkt am Jakobsweg und wieder im lärmigen Teil. Doch das störte uns nicht gross. Für eine Nacht geht das. 


Nachdem wir dann die Wäsche in der Lavanderia gemacht hatten, machten wir so richtig gross Siesta. 

Am Abend war es dann soweit. Nachdem Carles und ich die Kathedrale von innen besichtigt hatten, suchten wir während etwa einer Stund ein Restaurant um zu essen. Schlussendlich landeten wir in einer Pizzeria. Es war nicht die beste, aber eine leckere Pizza. 


Dann ging es an die Verabschiedung. Jordan macht einen Offday und Carles und ich pilgern morgen wieder weiter. Ich werde Jordan wohl nicht mehr sehen, da ich vor habe, das Stück zwischen Ponferrada und O Cebreiro zu überspringen, damit ich noch von Cee nach Fisterra pilgern kann. Das würde dann bedeuten, dass ich am 11. Februar 2018 in Santiago sein werde und am 13. Februar in Fisterra. Am 14. Februar zurück nach Satiago und am 15. Februar nach Hause. Jordan fliegt am 13. Februar nach Hause. Wir werden uns wieder sehen. Irgendwann. Hoffe ich. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen.


Erkenntnis des Tages:

Pilger kommen auf deinen Weg und verlassen ihn dann wieder. Doch jeder hinterlässt seine Spuren.