Nach einem super Frühstück machte ich mich endlich wieder auf den Weg Richtung Santiago de Compostela. Es war ein kühler Vormittag und der Alltag in der Stadt ging wieder los.


Nach etwa drei Kilometern war ich dann an dem Punkt, an welchem ich vor eineinhalb Jahren aufgeben musste. Es war ein spezielles Gefühl da jetzt stark und fit vorbeizulaufen. Ich hielt nicht an, denn ich wollte auf keinen Fall, etwas Schlechtes hoch beschwören. Schnell weg von diesem Ort.


Ausserhalb von Burgos ging dann die Meseta los. Alles flach und wenig bewachsen. In ein paar Tagen werde ich satte 18 Kilometer ohne Einkehrmöglichkeit und ohne Kurven, ohne auf und ab, einfach nur geradeaus laufen. Ich habe gehört, dass es Pilger geben soll, welche dort anfingen zu schreien, weil es keine Ende nehmen wollte, andere erzählten von höheren Begegnungen. Ich bin gespannt, was dieses Stück mit mir machen wird. 


Doch jetzt galt es erst einmal die 13km nach Rabé de las Calzadas zu pilgern. Schon bald kam ich in Tardajos an und kehrte dort in einer Bar ein. 


Nach einer Cola wanderte ich weiter und begegnete bald einer älteren Frau, welche mir den ganzen Weg bis nach Rabé de las Calzadas detail getreu wie nur möglich erklärte. 


Ich stand schon nach 1.6km im Dorf und fand auch auf Anhieb die Herberge. Oft muss man im Winter den Hospitalero anrufen, damit er öffnet. Es kam dann eine Frau und sie öffnete mir die gemütliche Herberge. Für 20€ bekomme ich hier ein Bett, ein Abendessen und morgen ein Frühstück. Super und zum Glück. Denn in dem Dorf gibt es wirklich nichts. Keine Einkaufsmöglichkeit, keine Bar, welche geöffnet hat - nichts.


Ich ass zuerst meine Hühnersuppe mit Nudeln. Schliesslich war es erst 14:30. Und das Abendessen gibt es um 19:00. Ich trage immer etwas zu Essen mit mir rum. Genau für solche Fälle. Falls mal keine Verpflegungsmöglichkeit vorhanden sein sollte. 

Und das Abendessen hatte es echt in sich. Zuerst bekam ich eine leckere Gemüsesuppe und einen frischen Salat, eine ganze Flasche Wein hätte ich ebenfalls für mich alleine geniessen können, doch ich bevorzugte heute Wasser. Und dann kam das Highlight meines Menus: Tortilla de patata. Und wisst ihr was? Für mich ganz allein! Sooo toll. 


Ich genoss das Essen und bekam zum Dessert noch einen Quark. Den Quark ass ich mit meiner Freundin Ramona per Facetime. 


Es war ein toller Tag heute. Auch wenn nur kurz, es tat gut, wieder zu pilgern. Morgen werden es 18km sein bis nach Hontanas. Ich bin gespannt, denn seit Burgos und bis nach Leon kenne ich die Etappen nicht.


Erkenntnis des Tages:

Pilgern macht mich glücklich. Jeden Tag aufs Neue.