Ich schlief eher nicht so gut, denn ich hatte komische Träume und wachte immer wieder auf. Das lag aber definitiv nicht an der Unterkunft. 


Nach einem super Frühstück von Sabine und Ulli wurden wir alle herzlich verabschiedet und ich versprach, wieder zu kommen. Der Camino hat eine Magie an sich, welche mich nicht daran zweifeln lässt, dass ich zurück kommen werde.


Es war eisig kalt draussen und ich musste mich warm einpacken. Nach nur einem Kilometer traf ich auf Olivier, welcher seinen morgendlichen Cafe con leche und eine Zigarette genoss. Ich setzte mich wie üblich dazu. 


Bald machten wir uns zeitversetzt auf den Weg und ich kam eher mühsam vorwärts. Irgendwie wollte ich zwar schnellst möglich auf dem O Cebreiro ankommen, doch gleichzeitig wusste ich, dass dort hoher Schnee auf mich wartete. 

Ich entschied mich dieses Mal gegen Matsch und Schlamm auf dem Fusspilgerweg und für den Radpilgerweg aussenrum nach La Faba. Die Strecke war bedeutend weniger anstrengend aber trotzdem happig. Denn der Wind wollte mich herausfordern und blies mir um die Ohren.


In La Faba wurde ich von einem Einheimischen zu einem Tee eingeladen und ich hätte freundlicherweise auf seinem Sofa schlafen können. Ich lehnte dankend ab und wanderte stattdessen weiter nach oben.


Es wurde kurz vor La Laguna wirklich gefährlich. Unter dem Schnee war Eis und ich rutschte dauernd aus. Es war ein mühsamer Aufstieg, doch ich kam gut und wohlauf im Dorf an. 

Das verschneite O Cebreiro
Das verschneite O Cebreiro

Ab La Laguna konnte man den üblichen Fusspilgerweg nicht mehr benutzen, da er total verschneit war. Ich blieb also auf der Strasse und lief dem "Winter Wonderland" entgegen. Ich fühlte mich ein wenig wie in der Schweiz hoch in den Bergen, nur dass das eben Spanien war. 


In O Cebreiro angekommen wurde ich schon von Carles erwartet, denn er hatte riesen Hunger. Nach dem Bezug meines Bettes gingen deswegen auch direkt mit Olivier essen. Da wir hier ja nun in Galizien sind, bestellte ich mir eine Galdo Gallega - die berühmte und traditionelle Gemüsesuppe. Ich wusste nun: Es geht definitiv nicht mehr lange bis Santiago de Compostela. 


Zu dritt tranken wir eine Flasche Rotwein, welche uns nach diesem Tag ziemlich schnell in den Kopf stieg und wir beschlossen nach dem Souvenirshopping, dass wir eine Siesta brauchten. 

Carles, Olivier und ich
Carles, Olivier und ich

Gegen 19:00 begaben wir uns dann wieder in ein Restaurant und bestellten neben einer weiteren Flasche Rotwein ein Menu. Lecker und gut genährt schwebten wir dann zurück in die Herberge. 


Es war ein toller Tag und ich genoss ihn in vollen Zügen. Auch wenn mir der Wein morgen wahrscheinlich etwas Kopfschmerzen schenken wird, auch das gehört dazu. Man lebt nur einmal und die Gemeinschaft mit Olivier und Carles tut einfach gut.

Natürlich sind noch weitere Pilger da, welche ich jeden Tag sehe, doch das würde den Rahmen des Blogs sprengen. In den Videos, welche dann im Frühling kommen, werdet ihr bedeutend mehr sehen. 


Erkenntnis des Tages:

Vielleicht hätte auch eine Flasche gereicht.