Heute war es mal wieder soweit. Ich wurde ein Jahr älter. Eine Schnappszahl. 33. Und den Geburtstag konnte ich auf meinem geliebten Camino de Santiago feiern. 


Doch jetzt mal von vorne. 

Burgos
Burgos

John und ich schliefen in unseren Betten bis um 08:00. Dann rumpelte er im Zimmer umher und packte seinen Rucksack. 'So leise es ging' meinte er später. Ich hatte keine Chance mehr, länger zu schlafen. Auch Jordon kam irgendwann aus seinem Zimmer und checkte die Lage. 


John beschloss, nach Grañon zu pilgern um dort hoffentlich auf Carles zu stossen. Jordon und ich blieben bei unserem Vorhaben. Nach dem gemeinsamen Frühstück wanderte John los und Jordon und ich fuhren mit sem Taxi zurück nach Najéra und von dort aus mit dem Bus nach Burgos. Es war ein spezielles Gefühl, nicht zu pilgern. Und vor allem, an all den Orten vorbei zu fahren, wo ich vor bald zwei Jahren zu Fuss war.


In Burgos angekommen, bewunderten wir als erstes die Kathedrale. Mächtig und pompös stand sie vor uns (Mir gefällt diese Kathedrale übrigens von aussen besser als die in Santiago, aber emotional gibt mir die in Santiago de Compostela viel mehr).

Jordon, Carles, John und ich
Jordon, Carles, John und ich

Als wir in unserem Hotel ankamen, meldete sich Carles per Telefon. Aufgeregt erzählte er, er hätte keine offene Herberge gefunden in Azofra und sei drum weitergelaufen zum nächsten Dorf. Doch er wusste ja, dass wir geplant hatten, in Grañon zu sein heute. John hätte ihm nun meine Nummer gegeben. Er sei so froh, dass wir uns wieder hätten. Er gratulierte mir emotional wie kein anderer heute zu meinem Geburtstag. Ich war wirklich gerührt und wir beschlossen, dass Jordon und ich wie geplant am Montag weitergingen und Carles und John grössere Etappen machen ab jetzt, damit sie in ein paar Tagen wieder gleichauf sind mit uns. Tolle Idee. Ich freute mich und tu es noch immer.

Jordon und ich in Najéra
Jordon und ich in Najéra

Jordon und ich gönnten uns ein RIESIGES Mittagessen. Vollgestopft mit Spaggetthi, Pommes, einem halben Vogel und einem Caramelköpfli für mich allein rollte ich dann förmlich durch Burgos. 


Für Jordon holten wir in der Apotheke Wärmegel und ich kaufte mir eine Gesichtsmaske und Badekugeln. Mein Hotelzimmer hat eine Badewanne. Was für ein Oberluxus.


Später gingen wir zurück in unser Hotel und gönnten uns Ruhe. Ich genoss die Aussicht auf die Kathedrale und vor allem: mein eigenes Zimmer, meine Privatsphäre und meine Badewanne. Leider ergab meine Badekugel nicht den gewünschten Schaum, aber egal. Hauptsache geniessen. 

Ich geniesse nun meine beiden lauffreien Tage und werde morgen mit Jordon durch Burgos bummeln. Ich möchte mir unbedingt die Kathedrale nochmals angucken. Denn beim letzten Mal waren teilweise Baustellen vorhanden.


Jetzt werde ich einfach mal schlafen. Mir geht es sehr gut. Mein Knie tut noch minim weh, aber es geht wieder viel besser. Trotzdem gönne ich mir diese beiden Tage. Danach wird es keine mehr geben. Dann laufe ich durch bis nach Santiago.


Mein Ziel: 14. Februar in Santiago. So bin ich am Geburtstag meiner Schwester gestartet und komme am Geburtstag meiner Nichte und Patenkind in Santiago an. Das wäre toll. 


Erkenntnis des Tages:

Auf dem Camino älter werden ist toll.