Meine 6 Gründe, Influencern zu entfolgen

Ich bewege mich seit einiger Zeit mal mehr, mal weniger aktiv auf Social Media (SOM). Vor einiger Zeit habe ich meinen Feed komplett überarbeitet und vor Kurzem auch weitere Blogger oder YouTuber aus meiner Follow.-Liste gekickt. 6 Gründe, welche mich zu solchen Aktionen bewegen, habe ich heute für euch zusammengetragen. 

(Es ist keine Rangordnung)


1. ) Die unglaublich glücklichen Unglücklichen

Die riesen Romane über das unglaublich glückliche Leben. Alles ist so wunderbar und die ganze Welt könnte man umarmen. "Ich möchte auf keinen Fall, dass sich jemand schlecht fühlt deswegen, aber ich finde, ich darf euch sagen, dass es mir gut geht und ich muss mich deswegen nicht schämen!"

Meine Reaktion: Toll, gönn ich dir! Super, ich finde positive Beiträge schön und freue mich, wenn es dir gut geht. 

 

Ein paar Tage später, gleiche Zeit, gleiche Person schreibt:

"Ich muss heute mal wirklich ehrlich zu euch sein. Mir geht es SCHON LÄNGER nicht gut. Und ich habe mich geschämt, darüber zu reden. Ich wollte nicht, dass ihr denkt, ich sei schwach.. Doch jetzt stehe ich dazu! Es ist keine Schande, wenn man zeigt, dass man auch mal schlechte Momente im Leben hat. Ihr seid jetzt vielleicht irritiert, weil ich vor ein paar Tagen sagte, mir gehe es super. Das war auch so. Aber eigentlich geht es mir schlechter, als ich selbst dachte."

Meine Reaktion: Echt jetzt? Es geht dir SCHON LÄNGER nicht gut? Und wenige Tage zuvor warst du der glücklichste Mensch auf Erden und dies war die Wahrheit? Aha. Kann man mal machen. Aber als in der Öffentlichkeit stehende Bloggerin/YouTuberin und auf einem für jeden zugänglichen Account? Ich spreche da nicht von Vorbildfunktion oder Ähnlichem. Sondern, dass das auch ein Chef, Arbeitskollegen und Nachbarn lesen könnten. Betonung liegt auf "könnten". Gut, vielleicht hat diese Influencerin, wie man uns Blogger oder YouTuber gerne mal nennt, ein unglaublich gutes Verhältnis zu ihrem Chef und so ein Beitrag würde ihn in keinster Art irritieren.

 

Meine Meinung: Auch ich fühle mich an einem Tag mal super und ich bin glücklich und alles stimmt. Auch ich kann nur wenige Tage später in einem Tief sein und mich schlecht fühlen. Doch nutze ich meine öffentlichen Accounts nicht als Tagebuch. 

 

2.) #mehrrealitätaufinstagram 1

"Ich sehe heute so scheisse aus, achtet bitte nicht auf mein Make up! Ich habe es heute so richtig versaut Aber was solls, mehr Realität auf Instagram. Das ist mein Motto!"

Meine Reaktion: Facepalm

 

Meine Meinung: WIESO WEIST DU DARAUF HIN, WENN DU NICHT MÖCHTEST DASS MAN DARAUF ACHTET?! 

Vielleicht, weil man hofft, ein Kompliment zu ernten. Da kommen wir zum Punkt 3:

 

3.) Wir lieben uns alle und finden einander alle soooo hübsch!

"Nein, du siehst immer sooo toll aus.. Ach du solltest MICH sehen! ICH sehe nicht mal an meinen besten Tagen so toll aus wie du!"

Meine Reaktion: Gratuliere, du bist soeben auf deiner eigenen Schleimspur ausgerutscht.

 

Meine Meinung: Ja, wir sind doch alle die besten Freundinnen und basteln einander Blumenkränzchen für unsere Köpfe. Oh, hab das Ringelreihen-tanzen vergessen. Tschuldigung! Jetzt im Ernst: Ich finde es toll, dass sich Freundschaften auf SOM entwickeln. Auch ich kenne das bekannterweise. Doch was bringt das, wenn ich die andere Person mit Komplimenten überhäufe und mich selbst in den Boden trample? Richtig! NICHTS!

 

4.) #mehrrealitätaufinstagram 2

"Ich stehe heute einfach mal dazu, dass ich so aussehe wie ich aussehe! Ich hätte alles mögliche bearbeiten können! Doch habe ich das heute einfach mal nicht getan. Ich habe keine schlanken Beine, bin in einer nicht vorteilhaften Position auf diesem Bild und auch ungeschminkt bin ich!"

Meine Reaktion: Ich suche die unschlanken Beine, überlege mir eine Optimierung des Posings und stelle mir die Person geschminkt vor.

 

Meine Meinung: Ich persönlich zeige mich ungeschminkt bzw nicht abgeschminkt am Morgen mit zersausten Haaren und verpennter Stimme in meinen Instastorys. Weise ich meine Follower darauf hin? Teilweise, doch eher, weil ich es selbst erst während dem Erstellen der Instastory merke, dass ich ja noch nicht mal abgeschminkt bin vom Vortag. 

In der Regel sind die Leute, welche explizit erwähnen, dass sie keine schlanken Beine haben oder sonstige Problemzonen hervorheben, genau DIE, die die erwähnten Problemzonen gar nicht besitzen?! Vielleicht haben sie in ihren Augen diese Probleme, doch meist sind es wirklich schlanke und ungeschminkt trotzdem frisch aussehende Frauen.

 

5.) Die Followererzieher/innen

"Mein Bild wurde heute 20 Millionen Mal angeschaut, doch geliket haben es bloss 15 Millionen. Leute, ich sehe, dass ihr es seht und nicht liket!" Soll heissen: Ich sehe ALLES! Und wenn ihr mein Bild schon anschaut, dann habt ihr es gefälligst zu liken! Ansonsten seid ihr schlechte Follower und unterstützt mich nicht!

Meine Reaktion: Facepalm und entfolgen

 

Meine Meinung: Ihr lebt nicht auf diesen Social Media Plattformen!! Es ist doch euer Hobby?! Und denkt ihr, die Follower liken mehr, wenn ihr sie dazu auffordert und ihnen vorwerft, euch nicht zu unterstützen?? Nein. Mich treibt es dazu, euch zu entfolgen. Denn ich like das, was mir gefällt und was ich gut finde. Sei es ein tolles Selfie, ein Blogpost, welcher mir zusagt oder einfach ein schönes Bild mit einem Produkt drauf, auch wenn ich es nicht benutze. 

 

6.) Die Motzer und Hetzer gegen Firmen oder Geschäfte

"Ich wurde so schlecht behandelt und ich empfand es als totale Zumutung, dass ich nicht mal Goodiebags bekam! Ich musste so und so lange auf eine Beratung warten, welche dann auch noch soooo unfreundlich war und vom Endresultat wollen wir gar nicht erst reden! Eine absolute Frechheit! Ach übrigens: Das Geschäft heisst so und so und geht da auf keinen Fall hin!"

Meine Reaktion: Schockiert schauen und entfolgen

 

Meine Meinung: Es mag ja sein, dass man mal eine schlechte Erfahrung macht mit einer Firma oder einem Geschäft. Doch muss man sich dann öffentlich und total unter jedem Anstand darüber äussern? Nein! Es ist durchaus möglich, sich negativ zu äussern, doch ist dies auch in einem konstruktiven Rahmen machbar. Ansätze wie: Meine Erwartungen wurden nicht befriedigt oder mir persönlich hat der Service nicht zugesagt, sind in meinen Augen von einem Influencer schöner zu lesen als ein rüpelhaftes und frustriertes Auslassen über ein kleines Geschäft. 

Weiter muss man auch noch die rechtliche Seite beachten. Rufmord oder üble Nachrede ist kein Kavaliersdelikt. 

 

So, das waren sie, MEINE 6 Gründe, Leuten auf SOM zu entfolgen. Ich betone: MEINE Gründe. Jeder handhabt es anders. Ich bin es leid, heuchlerisch irgendwelche Likes, Komplimente oder Lobeshymnen zu verteilen. 

 

Eure Simii

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